Schweriner Unternehmen sagen ja zu Vielfalt und Toleranz

Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge und die IHK zu Schwerin laden zur Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ ein

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Schwerin, 18.09.2009 - Am Donnerstag, dem 1. Oktober 2009, 15.00 Uhr empfängt das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge (NAF) und die Industrie und Handelskammer (IHK) im Konferenzsaal der IHK die Schweriner Unterzeichner der „Charta der Vielfalt“ zur Urkundenübergabe.

Etliche Unternehmen und Institutionen aus der Region haben bereits zugesagt, sich im Rahmen der Schweriner Auftaktveranstaltung der bundesweiten Initiative zur „Charta der Vielfalt“ öffentlich zu ihrer wertschätzenden und offenen Unternehmenskultur zu bekennen. Damit befürworten auch in der Landeshauptstadt Unternehmen die Idee des Diversity Management, in dem sie die Verschiedenartigkeit der Menschen in ihren Unternehmen bewusst in ihre Handlungsstrategien einfließen lassen.

Besonders begrüßenswert ist auch die Zusage der Stadt Schwerin, die Charta zu unterzeichnen. Dies ist ein erfreuliches Zeichen, dass sich über die Grenzen der Wirtschaft hinaus immer mehr Bereiche für eine Förderung der Vielfalt engagieren.

„Der wachsende Fachkräftemangel, der demografische Wandel und Abwanderung bestimmen neben der Wirtschaftskrise die Arbeitsmarktlage. Die Zukunft der Wirtschaft im Land hängt zunehmend davon ab, ob es gelingt den zukünftigen Personalbedarf zu sichern. Das Land ist auf Zuwanderung und auf jeden Schulabgänger angewiesen“, erklärt Ulrike Seemann-Katz vom Flüchtlingsrat M-V e.V. Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern und die RegioVision GmbH sind zwei Projektpartner im Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, die bereits Unterzeichner der Charta sind. Diese und das Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH (DVZ) waren bislang die einzigen Unterzeichner in der Landeshauptstadt Schwerin, dem Ort der Vielfalt.

Die IHK zu Schwerin wird selbst die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnen und damit ein Zeichen setzen. „Schwerin und Umgebung müssen ihr Image dahin gehend entwickeln, dass die Region für Offenheit, Gastfreundlichkeit und Toleranz steht.“, so Peter Todt, Leiter des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung im Vorfeld der Veranstaltung. „Die Globalisierung der Wirtschaft macht es notwendig, dass auch die Personalstruktur sich den Anforderungen an weltweit agierende Unternehmen anpasst“, so Todt weiter. Die IHK zu Schwerin will Diversity als Personalstrategie zukünftig in Veranstaltungen aufgreifen und Best-Practice-Beispiele vorstellen.



Interessierte Unternehmen können sich ab sofort bei Frau Angela Leymannek (Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge, Telefon 0385 - 5219911, E-Mail: naf@vsp- ggmbh.de) und bei Herrn Peter Todt (IHK zu Schwerin, Tel.: 0385-51030, E-Mail: todt@schwerin.ihk.de) für die Veranstaltung anmelden. Weitere Informationen erhalten Interessierte auch unter www.charta-der-vielfalt.de.

Charta der Vielfalt


Die Charta der Vielfalt geht auf die französische "Charte Diversité" zurück. Die Initiative entstand im Jahr 2003 in Reaktion auf eine Studie, die die umfassende Benachteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund aufzeigte. Mittlerweile haben in Frankreich mehr als 3.000 Firmen die "Charte Diversité" unterschrieben und fördern aktiv die Vielfalt in ihrem Unternehmen.

Schirmfrau der deutschen Initiative ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zu den Erstunterzeichnern der Charta der Vielfalt in Deutschland gehörten 2006 Daimler, die Deutsche Bank, die Deutsche BP und die Telekom.

Die „Charta der Vielfalt“ ist ein grundlegendes Bekenntnis zu Fairness und Wertschätzung von Menschen in Unternehmen. Durch die Unterzeichnung verpflichten sich Unternehmen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Es soll eine offene Unternehmenskultur etabliert werden, die auf Einbeziehung und gegenseitigem Respekt basiert. Es geht darum, die unterschiedlichen und individuellen Talente der Menschen für den wirtschaftlichen Erfolg zu nutzen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

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