Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge macht sich stark

2. Fachkolloquium zeigt Wege zur Integration von Flüchtlingen in MV auf

tl_files/naf/bilder/artikel/100422_NAF_FK_2_Gramkow_web.jpgSchwerin, 23.04.10 - Mit einem 2. Fachkolloquium zog das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge am Donnerstag, dem 22. April 2010, im Schweriner Crowne Plaza Hotel eine Zwischenbilanz der bisherigen Arbeit des Projektes.

Das aus sieben Partnern bestehende Netzwerk unterstützt seit November 2008 Flüchtlinge bei der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen im westlichen Mecklenburg. Im Rahmen des Kolloquiums mit dem Titel“ Tendenzen im demografischen Wandel Mecklenburg-Vorpommerns und der Fachkräftemangel aus der Perspektive der Integration von Flüchtlingen“ diskutierten mehr als 70 Interessierte von Verwaltung, Politik und Wirtschaft, sowie betroffene Flüchtlinge selbst, praktische Möglichkeiten, durch verstärkte und unkomplizierte Integration von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt dem Fachkräftemangel im Land entgegenzutreten.

In kurzen Ansprachen begrüßten Angelika Gramkow (Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Schwerin) und Herbert Noeske (Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern, oberste zuständige Behörde des Landes) die Arbeit des Projektes.

Das Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge betreut z. Z. 121 Teilnehmer. Davon konnten bereits 32 in Arbeit oder Ausbildung vermittelt werden. Das entspricht einer sehr positiven Bilanz von rund 25 %. Durch die Arbeit des Projektes absolvieren weitere 31 Teilnehmer gerade Sprachkurse, Orientierungskurse, Berufsvorbereitungskurse, Praktika oder Erprobungen.

„Wegen des teilweise langen und schwierigen Weges der Flüchtlinge bis hin zu einer Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt und dem stetig nachwachsenden Klientel wäre es wichtig, dieses erfolgreiche Projekt über die jetzige Förderperiode bis Ende Oktober diesen Jahres hinaus fortzuführen.“, resümiert Ulrike Seemann-Katz vom Netzwerkpartner Flüchtlingsrat M-V e.V..“Wünschenswert wäre auch eine einheitlichere und dem Flüchtling entgegenkommendere Auslegung der Ermessenspielräume in den Behörden, um die Integration zu erleichtern“, so Seemann-Katz weiter.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im Tourismusland Mecklenburg-Vorpommern und der damit verbundene Notwendigkeit mehr ausländische Arbeitnehmer zu beschäftigen, unterstrich der DEHOGA e. V. als einer der Netzwerkpartner nochmals die Notwendigkeit, bessere gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, auf dem ersten Arbeitsmarkt aktiv zu werden und somit ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nur dadurch können Flüchtlinge einen dauerhaften Aufenthaltsstatus in Deutschland erreichen.

Prof. Dr. Michael Behr (Friedrich-Schiller-Universität Jena) wies in seinem Vortrag darauf hin, dass Deutschland angesichts des demografischen Wandels Zuwanderung brauche. Ohne Zuwanderung würde sich der Bevölkerungstand in Deutschland zwischen 2010 und 2080 halbieren.

Die Netzwerkpartner freuten sich über die positive Resonanz auf das Fachkolloquium. „Dies ist eine gute Basis, für eine weitere interkulturelle Öffnung in Mecklenburg-Vorpommern und einen Ausbau der fruchtbare Kooperation mit Behörden, Verbänden, Vereinen und der Wirtschaft, um möglichst vielen Flüchtlingen im Land zu einem gesicherten Lebensunterhalt zu verhelfen.“, erklärte Netzwerk-Koordinatorin Angela Leymannek (VSP gGmbH) abschließend.

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